Montag, 3. August 2009

Nordland Musikkfestuke begynner...


Alles geht schon wieder gut los: Beim Einchecken diskutiere ich mit der Zollbeamtin ueber feste oder fluessige aggregatzustænde meines Schaumfestigers. Ich verliere natuerlich die Diskussion und muss nun ohne dieses Schoenheitsmittelchen meinen Musikfestivaltrip antreten.
Ohne weitere Zwischenfælle gehts ab in den Flieger. Ich habe noch nicht den Gurt angelegt, da finde ich mich schon in einem netten Schwatz mit einem ælteren Ehepærchen aus Hainichen wieder. Sie haben Mittwoch beschlossen, am Freitag nach Oslo zu fliegen, um dort Ihr Wochenende zu verbringen. Genial. So moechte ich auch mal Alt werden. Nach 10 min wissen wir von einander, dass ich Musik liebe, er Keybord spielt, beide in Rio schon ein Flugzeuggewitter erlebt haben und ich in Oslo eine Maschinenschaden. Das Reisen Spass macht und in Hainichen wie in Sangerhausen um 18 Uhr die Buergersteige leer werden. Sympathische Menschen. Dem Kaffee- und Menueangebot im Norwegian-Flieger gucke ich hinterher: Ich sitze hinten, links aussen. Mein Geld liegt vorn, rechts oben. Wo sind sie hin, die guten alten Zeiten, als sich die freundlich læchelnden Stewardessen mit "Kaffee inclusive" durch den engen Gang schoben.
Doch ich kann warten. Muss warten. In Oslo habe ich 5 Stunden Zeit bis zum Weiterflug nach Bodø. Zeit, um etwas zu tun, was ich schon lang nicht mehr getan habe: ein Buch lesen. Mein Tip fuer alle Biographie - Liebhaber: Liv Ullmann, Autor: Kjetil Børnstadt.
Zu Allem gibts lecker Schnittchen aus der Schwesterlichen Berliner Kueche.
Es geht mir gut!

Donnerstag, 30. Juli 2009

Nordland Musikkfestukke 2009

Information zur Reisereportage

Nordland Musikkfestuke
Bodø, Norwegen
31.Juli – 09.August 2009
http://www.musikkfestuka.no/


Für den Einen sind die Koordinaten 67° 17’ n.B. und 14° 23’ ö.L. nur geografische Daten. Für den reisenden Musikliebhaber ist es DIE Adresse eines hochkarätigen Musikfestivals nördlich des Polarkreises: Bodø. Hauptstadt der Provinz Nordland, Norwegen.

Hier begann vor zwanzig Jahren die Erfolgsgeschichte der Nordland Musikkfestuke (http://www.nmfu.no/). Vom 31.Juli bis 09.August erwartet auch 2009 den Liebhaber von Jazz bis Klassik ein besonderes Programm. Es reicht vom Clubkonzert bis zur Operngala. Ist voller Tradition, passt aber in keine verstaubten Schubladen. Agiert durch professionelles Management, aber nicht ohne freiwilliges Engagement. Lebt durch regionale Akteure und internationale Gäste. Alles gereicht als faszinierende Festivalsinfonie aus Leben und Musik in urlaubsreifer Kulisse.
Typisch skandinavisch eben.

So wird Sängerin Katie Melua am 31. Juli mit ihrem Konzert auf dem 800 Meter über der Küste aufragenden „Keiservarden“ das diesjährige Musikfestival in Bodø eröffnen. Benannt wurde der ‚Hügel’ übrigens nach dem deutschen Kaiser Wilhelm, der scheinbar mit seiner Begeisterung über den atemberaubenden Blick auf die Ausläufer der Lofoten einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Über vierzig Veranstaltungen und Ausstellungen bieten in nur 10 Festivaltagen ein anspruchsvolles Programm. Darunter Konzerte mit so namhaften Musikern wie der Sängerin Kari Bremnes, dem Posaunisten Christian Lindberg, dem Brodsky Quartett, dem Klarinettisten Martin Fröst und dem Pianisten Roland Pöntinen.

Mit seiner guten infrastrukturellen Anbindung ist Bodø für den interessierten Mitteleuropäer leichter erreichbar als angenommen und bietet neben dem Musikfestival ein lohnendes Urlaubsziel. Der Hafen ist Station der Hurtigruten und täglicher Fähranleger zu den Inseln Røst, Væroy und Moskenes auf den Lofoten. Ein preiswerter Innlandsflug (http://www.norwegian.no/) führt direkt von Oslo nach Bodø und bietet ein Anflugerlebnis der besonderen Art: wo eben noch endloses Meer war, tauchen plötzlich 1000 Meter hohe Berge auf und: die Landebahn. Bodø ist Endstation der Nordlandbahn (www.nsb.no) und von Oslo mit nur einem Umsteiger in Trondheim gut zu erreichen. Mit norwegischen Bahnpreisen oder dem Europa-Spezial Ticket der Deutschen Bahn wird dies für Menschen mit Zeit ein alternatives Reisemittel.

Um da anzukommen, wo das Leben den Atem anhält: wenn sich das Licht des nordischen Sommers und die Kraft der Musik über Mensch und Natur, Hafen und Meer ergießt.

Freitag, 2. Januar 2009

34 Bildimpressionen

... zur Norland Musikkfestuke in Bodø, Nordnorwegen
Das gesamte Reisetagebuch ist zu finden im Blogarchiv 2008 / letzte Dezemberwoche
...viel Vergnügen!





























































33 Impressum


Impressum


Mio.
Text & Kommunikation

Marion Rohland
Mogkstraße 30
06526 Sangerhausen

03464. 57 0345 TEL
03464. 27 9409 FAX
0170. 52 89 588 MOBIL
MarionRohland@gmx.net MAIL


Nordland Musikkfestuke

Postboks 319
N-8001 Bodø

+47 75 54 90 40 TEL
+47 75 54 90 49 FAX
nmfu@nmfu.no MAIL
www.musikkfestuka.no
www.nmfu.no

Administration:
Rolf-Cato Raade, Direktor
Hilde Aas, Büroleitung
Knut Perander, Produktionsleiter

32 Hinausführende Gedanken

Ich gebe zu: am Beginn meiner Zeit in Bodø erschien mir diese Woche unendlich lang, die Tage waren angefüllt, schienen aber langsam zu vergehen.
Doch nun, wieder zu Hause und acht Tage nach dieser Nordland Musikkfestuke in Bodø, frage ich mich, wie all das Erlebte in 10 x 24 Stunden passen konnte.

Die Antwort liegt nun in mir ...

mit der erlebten vielfältigen und erstklassigen Musik;
mit den unzähligen Gesprächen und außergewöhnlichen Begegnungen mit den Menschen in Bodø;
mit der aufmerksamen und herzlichen Begleitung meiner Zeit durch
Ann Karin Hansen und die freiwilligen „Kollegen“;
mit der gemeinsamen Zeit mit den lieben „Schweizer Mädels“ Sophie und Priska;
mit dem unendlich klaren, belebenden Licht des Nordlandes;
mit der Weite und Erhabenheit des Meeres;
mit der Geborgenheit und dem Leben des Hafens;
mit der ungestillten Sehnsucht beim Anblick der Segelboote in der Marina;
mit der Bewegung des Windes, wenn er mir über die Haut fuhr;
mit der Wärme der Sonne, wenn ich sie auf den warmen,
vom Meer umspülten Steinen der Molo erspüren durfte;
mit der täglichen Herausforderung, im Unbekannten zu Sein;
mit dem Zauber einer unerwarteten Begegnung und
der Kraft zur Entzauberung;
...
liegt im Aufbruch, im Ankommen und wieder im Aufbruch.

„Von den verlorenen Häfen hinaus auf die rettende See,von den Wellentälern des Sturms hinein in die warmen Lagunen des grünen, ruhigen, Wassers,von der unendlichen Weite in die endliche Nähe ...und wieder zurück.Ja, zurück. Und wieder zurück. Und wieder zurück.Kein Hafen ohne Meer.Kein Meer ohne Ufer, ohne Hafen.Es ist so.Wir haben die Gabe, an beiden Orten leben zu können.Wir haben die Gabe, von beiden Orten gehen zu können.Der Weg zwischen den Orten ist nicht das Schwierige.Das Schwierige ist das Loslassen ohne sich loszusagen und das Schwierige ist die Entscheidung, wieder ankommen zu wollen.“

Mio

Ich danke allen Menschen und Menschinnen,
die mich ermutigten, diese Reise anzutreten;
allen, die in Gedanken und Wirklichkeit bei mir waren;
allen, die nun die Geduld aufbringen, sich die Geschichte meiner Reise anzuhören oder sie zu lesen –
und allen, die die Freude darüber mit mir teilen können.

Tusen Takk,
tausend Dank!

31 Die letzte Katastrophe

Die letzte Katastrophe dieser Reise sollte mich allerdings zu Hause in der Mogkstraße 30, unterm Dach, am heimatlichen Notebook erreichen. Um der wehmütigen Seele das Ankommen auch ja richtig schwer zu machen, gibt es doch nichts besseres, als es sich mit einem starken Kaffe (und danach einem Glas Rotwein) vor dem inzwischen angestaubten Bildschirm gemütlich zu machen und die Fotoausbeute der gesamten Reise vor dem geistigen und körperlichen Auge vorüberziehen zu lassen. Der ganzen Reise ... tja, das sollte eben nicht sein.
Nach dem Einlegen der dritten (und wichtigsten!!!) Bilder-CD blickten meine müden Augen auf einen weißen Bildschirm und die Anzeige „keine Dateien auf dieser CD vorhanden“.
Halt, Stopp, noch mal.
Ich legte die Letzte der drei von mir in Bodø gebrannten Bilder-CD’s etwa fünf mal neu ein, bis ich meinem Bewusstsein erlaubte, sich einzugestehen, endgültig und unwiderruflich den Verlust von etwa 180 Bildern wahrzunehmen. Ein lauter, anhaltender Schrei dürfte meinen Nachbarn endgültig signalisiert haben, dass ich aus dem Urlaub zurück war.

Das schlimmste an solchen Augenblick ist die Erkenntnis, nichts mehr tun zu können.

Ich dachte daran, dass mich so viel Unwegsamkeiten auf dieser Reise erreicht hatten und (fast) alle irgendwie einen guten Ausgang nahmen, aber für diese Situation viel mir einfach nichts ein, was mir die nicht gespeicherten Bilder wiederbringen sollte. Ich war ja nun einiges nach dieser Fahrt gewohnt, aber so final hatte ich mir ihren Abschluss nicht vorgestellt. Ich suchte nach einer Erklärung für die leere CD. Ich hatte für die Kamera nur zwei Speicherkarten mit je 512 MB Speicherplatz mit nach Bodø genommen. Da ich ahnte, das diese nicht ausreichen würde, hatte ich auch CD’s zum zwischenspeichern eingepackt. Und so hatte ich drei Mal in Bodø am Rechner mit neuem Vista-Programm und norwegischer Bedieneroberfläche gesessen und Bilder herunter geladen.
Zwei Mal hatte es ja auch funktioniert, nur die dritte CD war einfach leer!
An diesen Bildern hing ich aber besonders:
es waren die Aufnahmen vom Ausflug nach Kjerringyø inklusive kurzer Fährfahrt und phantastischer Landschaft;
es waren die Nachtaufnahmen vom Konzert auf Nyholms Skanse inklusive der Einfahrt der Hurtigruten-Fähre in den Hafen (wie hatte ich mir die Bilder in dieser Nacht „erfroren“!!!) und es waren Bilder vom Konzert des Percussion Ensembles „Kroumata“ inklusive Nahaufnahmen der Instrumente.
Ja, um diese Bilder tat es mir sehr, sehr leid. Einige hatte ich kurz beim Herunterladen gesehen, es waren gute Schnappschüsse dabei. Moment mal, wenn ich sie beim Herunterladen gesehen hatte, dann mussten sie doch irgendwo „hingeladen“ worden sein. Mir kam eine Idee.
Noch eh ich zu Hause war, hatte mir Nils, der Technik--Verantwortliche der Musikfestwoche, schon eine Ankomm-Mail geschrieben. Ich setzte mich sofort mit meinem kleinen Bodø -erprobten Wörterbuch an meinen Rechner und schrieb Nils eine Antwort, verbunden mit der Bitte, das Notebook und meine Bilder zu suchen und zu finden. Auch von Ann Karin hatte ich am nächsten Tag eine Mail. Und auch ihr schrieb ich von meinem Dilemma, bat auch sie, nach den Bildern zu suchen.

Tja, und wie sollte es bei dieser Reise anders ausgehen.... als gut!
Am nächsten Mittag erreichte mich im Büro die fröhliche Mail von Ann Karin, dass sie das Notebook und meine Bilder inklusive Texte gefunden hatten und sie mir nun per Stick oder CD auf dem Postweg zukommen lassen.
Das war auch noch mal einen Schrei, einen Freudenschrei, wert!
Ich konnte es kaum fassen, dass sich selbst diese „Katastrophe“ zum Guten wendete.

Somit nahm Alles an dieser Reise irgendwie einen guten Ausgang.
Bis auf Eines...

Vielleicht soll das viele Gute, dass mich erreichte, das mir geschenkt wurde, die Waage sein zu dieser einen endlosen Traurigkeit.
Es ist, wie es ist...

30 Kofferbänder

Es gibt ihn noch: den ganz ruhigen, ganz normalen, ganz pünktlichen Flug!
Keine Vorkommnisse. Es ist 21 Uhr. Ich stehe am Gepäckband im Flughafen Berlin Schönefeld und warte auf meine Tasche. Überlege, ob ich mir ein Taxi zur Wohnung meiner Schwester leiste oder die S-Bahn nehme. Tja, und da ist es wieder, dass Gefühl, an der falschen Kasse zu stehen oder diejenige zu sein, deren Tasche als Letzte vom Band rollt.
Komisch nur, dass allmählich der Blick von vier weiteren Mitreisenden auf das leerer werdende Kofferband meinem suchenden Blick immer ähnlicher wird. Bis, ... ja, bis plötzlich auf der Anzeigetafel über dem Kofferband der Satz aufleuchtet:
„Diese Gepäckausgabe ist beendet.“
Ich nehme mich wahr, wie ich mit leerem Blick und großen Augen auf ein Kofferband stiere, auf dem gerade mal noch ein grüner Rucksack und eine Metallbox herrenlos ihre Runden ziehen.
Katastrophenerprobt, wie ich nach dieser Woche bin, scheine ich die Situation als erste zu verarbeiten und gehe auf die netten Beamten vom Zoll zu. Die scheinen schon zu ahnen, was jetzt kommt. Lächelnd beruhigend, schicken sie uns alle zum Gepäcksuchservice des Flughafens. Eine junge Frau aus Polen findet das Fehlen Ihres Gepäcks überhaupt nicht lustig; eine junge Frau aus Berlin ist durcheinander, hat so etwas noch nicht erlebt. Aber wenigstens kann sie sich mit ihrer Erschrockenheit in die Arme ihres Liebsten fallen lassen,
der in der Halle auf sie wartete.
Ich beneide sie um diesen Augenblick ...

Ich selbst sitze eine viertel Stunde später in einem Taxi, dass ich mir nach diesem erneuten kleinen Vorkommnis zum Abschluss dieser Reise ganz ohne schlechtes Gewissen und ganz ohne Gedanken an meine Hausbank leiste. Mit dem Gepäcksuchservice hatte ich zuvor noch vereinbart, dass ich auf meiner Heimfahrt am nächsten Tag am Flughafen halt mache und nachfrage, ob mein 19, 38 kg schweres Täschchen mit dem Morgenflieger aus Olso eingetroffen ist ...
oder ob es nun nach Lappland unterwegs ist.

Die Autofahrt vom Flughafen bis zur Strahlau-Halbinsel reicht aus, um dem netten Taxifahrer die wesentlichsten Katastrophen- und Glücks-Momente meines Trips nach Norwegen zu erzählen. Er bestätigt mir beim Abkassieren,
dass er lange keine so unterhaltsame Fahrt hatte.

Das Ankommen in Familie tat unendlich gut!
Ich dachte in dieser Nacht mit gemischten Gefühlen an meine leere Wohnung, ...
dachte zurück
an das kleine Zimmer mit Matratze in der Halogalandgatan 12
und die Schweiz-Fraktion mit Sophie und Priska im Nebenzimmer,
sah die schaukelnden Boote im Hafen,
die Gesichter von Ann Karin, Sindre, Jens Peter, Hans, Lina, Knut, Hilde, Nils, Rolf Cato,
....
und schlief hinüber,
in eine unruhige, traumlose – wieder in Dunkelheit eingehüllte - Nacht.

Für die letzte Etappe dieser Reise stand mir wieder mein kleines blaues Wägelchen zur Verfügung. Es hatte die Wartezeit in Berlin heil überstanden. Ich gebe zu, dass mir die Beweglichkeit eines eigenen Autos in Bodø sehr fehlte. So beschränkte sich der unabhängige Entdeckerradius dieser Woche auf die Stadt (ausgenommen der „Mitfahrgelegenheit“ nach Kjerringyø per Leihauto und Fähre).
Ich konnte am nächsten Morgen nach fantastischem familieren Frühstück meine Tasche vom Flughafen abholen und genoss die Fahrt im eigenen Auto nach Hause,
wenngleich die Gedanken nicht mit den gemütlichen und
Sprit sparenden 120 kmh mitkamen.
Sie hingen - und hängen noch immer - in Bodø.